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Vernetzte Lebensräume als Schlüssel für den Erhalt von genetischer Vielfalt in Insektenpopulationen

Der Verlust der Biodiversität ist eine der größten aktuellen Herausforderungen für unsere Menschheit. Die intraspezifische genetische Vielfalt von Populationen ist dabei von entscheidender Bedeutung, da sie die Grundlage für Robustheit und Resilienz gegenüber Stressfaktoren wie Klimawandel und Krankheiten bildet. Die Quantifizierung und Vorhersage von Veränderungen der genetischen Vielfalt im Laufe der Zeit sind für die Priorisierung der Biodiversitätspolitik, die Risikobewertung und das Landschaftsmanagement von we-sentlicher Bedeutung. Dies wurde kürzlich im internationalen Rahmenabkommen zum Schutz der biologi-schen Vielfalt (Konvention von Kunming-Montreal) hinterlegt.
In der Folge von fragmentierten Lebensräumen kommt es zur Verkleinerung der dort lebenden Populatio-nen. Die Populationsgenetik hat ein robustes theoretisches Konzept, das die negativen Auswirkungen von kleinen Populationsgrößen zeigt. Der Verlust der genetischen Vielfalt schreitet in kleinen Populationen ver-stärkt und schneller voran. Vermehrte Inzucht ist die Folge. Besonders betroffen sind Hymenopteren (Wild-bienen, Ameisen, Wespen), da sie durch Haplodiploidie charakterisiert sind. Normale Männchen sind haploid und Weibchen diploid. Die zufällige Akkumulation schädlicher Mutationen wirkt sich in haploiden Männchen direkt aus. Durch vermehrte Inzucht besteht zusätzlich die Gefahr, dass verstärkt fitnessge-schwächte bzw. sterile diploide Männchen entstehen. Diese Fitnessnachteile durch reduzierte genetische Diversität in Hymenopteren gefährdet die Populationsstabilität– ein Zustand, der als „diploider Männchen-vortex“ beschrieben ist. Eine funktionale Biotopvernetzung ist ein Schlüssel für den Erhalt der genetischen Vielfalt in Populationen. Dieses Projekt erhebt erstmalig modellhaft hierzu mit innovativen analytischen An-sätzen umfassende genetische Daten. Daraus kann der Erfolg von biodiversitätsfördernden Maßnahmen über den Zeitverlauf erstmalig auch genetisch quantifiziert werden.
Laufzeit
01.07.2026 30.06.2029
Projektbeteiligte
  • Prof. Dr. Martin Hasselmann (Projektleitung)
    Fg. Populationsgenomik bei Nutztieren (460h)
Sprache
deutsch
Fachgebiet(e)
Genetik
Mittel